Peter Saul

 

Der Maler Peter Saul, 1934 in San Francisco geboren, hat seit den frühen Sechziger-Jahren kontinuierlich ein Werk geschaffen, das durch kompromiss- und respektloses Kommentieren amerikanischer Kultur und Weltanschauung deutlich aus der Kunstszene herausragt. Als Parodist, Moralist und Absurdist hat er die politischen Ereignisse – vom Vietnamkrieg bis Abu Ghraib – genauso mit ätzendem Witz bedacht, wie die heiligen Kühe der Kunstwelt, Marcel Duchamp oder Willem de Kooning. Ob er O.J. Simpson, George W. Bush, Bernie Madoff oder sich selbst der Lächerlichkeit preisgibt: Peter Saul ist als malender Serientäter immer auf der Höhe seiner Zeit. Die grellfarbenen, pop-surrealistischen Gemälde des antiautoritären 75-Jährigen attackieren, oft an der Grenze zum guten Geschmack, die political-correctness und die Politiker mit Lust und ohne Anzeichnen von Altersmilde. Während der Einfluss Peter Sauls auf Generationen von Künstlern wie Carroll Dunham, Peter Doig und Paul McCarthy unbestritten ist, zollen ihm Museen und Kunstmarkt erst seit wenigen Jahren die verdiente Anerkennung. Seine Bilder befinden sich heute in den Sammlungen der drei grossen New Yorker Museen (Metropolitan, MoMA und Whitney) – die überfällige Einzelausstellung hat ihm (noch) keines dieser Institutionen gewidmet.