Dexter Dalwood

 

Bevor Dexter Dalwood (*1960) Künstler wurde, stand er als Bassist der Punkband „The Cortinas“ auf der Bühne. Seit dem Kunststudium in London am Central St. Martins College und dem Royal College of Art war Dexter Dalwood in zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen vertreten. 2010 widmete ihm die Tate in St Ives eine Retrospektive, die ihm eine Nominierung für den prestigeträchtigen Turner Prize einbrachte. Seit elf Jahren wird Dalwood weltweit von der Gagosian Gallery vertreten.

In seinen farbstarken und großformatigen Bildern betreibt Dalwood Historienmalerei. „Dessert Storm“, „The Trial of Milosevic“ oder „Bill Gates’ Bedroom“: er zeigt Orte, die mit zeitgeschichtlicher Bedeutung aufgeladen sind oder lässt den Betrachter in die Wohnräume von Celebrities blicken. Es sind Allusionen auf vergangene Momente und Orte, die der Betrachter zu kennen glaubt. Nicht nur Zeitgeschichte, sondern auch die Geschichte der Malerei wird dabei von Dalwood thematisiert. Die Bilder erscheinen zunächst klar, plakativ, oft farbenfroh. Sie wirken wie Traumlandschaften, aus der Erinnerung geholte Orte und Stimmungen. Er mischt dabei künstlerische Genres, Techniken und Stile. In einer collageartigen Malweise zitiert er aus bekannten Werken der Kunstgeschichte – von Caspar David Friedrich bis Sigmar Polke – um Räume zu schaffen, die stets menschenleer sind. Die Kulisse wird so zum Mittelpunkt und animiert den Betrachter dazu, sie mit imaginären Handlungen zu füllen.